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Kitkatclub Sex
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Informationen

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Über

Simon Thaur, 59, ein drahtiger Glatzkopf mit intensivem Blick, und seine Partnerin Kirsten Krüger, 53, eine wache kleine Frau mit knarrendem Timbre, sitzen auf einer Bank im verwinkelten Keller des Clubs. Immer wieder dröhnt Baulärm aus einem benachbarten Raum, ein weiterer Dancefloor soll bald eröffnet, eine neue Bar eingerichtet werden. Kirsten Krüger nennt ihn konsequent beim Nachnamen, also tun wir es auch.

Beschreibung

Ein Hinterhof zwischen Mitte und Kreuzberg. Es ist gerade mal kurz nach 23 Uhr, für Berliner Verhältnisse also kurz nach dem Frühstück. Für uns aber ist der Tag vorbei. Wir sind mal wieder die Ersten, die anderen Nachtschichtler lassen allerdings nicht lange auf sich warten.

Langsam füllt sich der Hof, halbnackte Körper vor Backsteinwänden. Nur dass unsere Mannschaft keine Trikots trägt, sondern Korsagen, Ledergeschirr, Diverses aus Latex, Gürtel, Chokers mit Ringen oder Metallspitzen. Ich nehme mir einen Bügel aus einem der herumstehenden Wäschekörbe. Jetzt runter mit den Klamotten — und schön das Handy abgeben. Keine Beweise. Oder in die quer über die Brust geschnallten Gürteltaschen.

Inhaltsverzeichnis

Wir sind drin. Die Jetsetter und Easyjetsetter haben hier vor allem zwei Ziele. Womöglich passiert in Berlin seit ein paar Jahren eine Revolution. Queere Pornokunstpartys sind längst nicht mehr den Outsidern vorenthalten. Und das ist auch gut so. Die Welt kann noch viel mehr radikale Lebenslust gebrauchen. In der DU okay bist.

Die beste party der stadt im "kit kat club"

Hier gehörst du hin — egal, wer du bist. Just be nice.

Ich bin eines von ihnen. Die Welt war in den besten Momenten gerade noch so hellgrau, Leonard Cohen war gerade gestorben, und ich hatte noch ein paar Monate, bis ich 40 wurde. Aber das Leben gibt einem ja oft das, was man braucht. Der Plan für heute Nacht lautet also wieder: ankommen, abgehen, da steil gehen, geil dastehen, tanzen, als Teil des Ganzen. Wir betreten den Club.

Der erste Drink geht immer aufs Haus. Wir gehen an die Bar. Oder eine Cola. Oder ein Wasser.

Die Dinge werden hier von allein irre. Es gibt nicht wirklich einen Dresscode. Aber auch der ist nicht zwingend. Es gibt nur eine Regel: Feiere deinen Körper. Ich hatte so was noch nie vorher an. Aber es hilft natürlich. In den Club, auch das. Und in den richtigen Vibe.

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Dann durften beide rein. Und im besten Fall: dass die Party genau DICH noch braucht. Wichtig: Völlig high, besoffen oder übernächtigt sollte man vor keinem Berliner Türsteher stehen. Wir kommen an einem Stand vorbei, an dem zwei Präventionsberater stehen, die aussehen, als würden sie gleich einpacken und mitfeiern.

Wir laufen los und lassen uns fallen wie Alice im Wunderland. In den nächsten paar Stunden werden wir immer wieder im Kreis laufen, Treppen hoch und Treppen runter. Aber bitte immer wieder: tanzen. Klatschnasse Körper kommen sich immer näher.

Trixis und meiner zum Beispiel. Noch nicht. Sie grinst die ganze Zeit, und wir reden beim Tanzen irgendwas, und irgendwann müssen wir uns küssen.

Dann muss ich erst mal aufs Klo. Da herrscht unübersichtliches Gewusel. Es gilt: Tu, was du nicht lassen kannst. Überall in den Katakomben gibt es dunkle Ecken, Bänke, Sofas, Matratzen. Auch Trixi und ich ziehen uns irgendwann in die Empore über der Tanzfläche zurück. Wir machen rum, aber so richtig viel geht dann leider gar nicht. Dann eben wieder tanzen und durchs Labyrinth ziehen. Hoch und runter.

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Es gibt auf jeden Fall viel zu gucken. Sowieso einer der besten Gründe, in Berlin auszugehen: gucken. Die Domina bellt ihre Sklavin auf Englisch an und vermöbelt sie hart. Rachel, 26, Dominatrix aus New York City. Sie ist zum ersten Mal in Berlin. Sie sagt, dass es in New York nur hinter geschlossenen Türen so abgehen würde, dann aber richtig.

Ich erzähle ihr von geheimen Berliner Sklavenauktionen, von denen mir eine Freundin berichtete. Rachel ist null beeindruckt. Ich frage sie, ob es sehr wehtut. Sie macht ein Erinnerungsselfie von uns. Wir küssen uns, und dann ziehen wir beide unserer Wege durch den Irrgarten der Lüste.

Der Bass wummert uns durch die Seelen, wir sind zuckende Zuckerpuppen. Brauche Wasser.

Und jetzt müsste auch mal wieder ein Shot sein. Also ab an die Bar. Die Bargirls haben einen eigenen Dresscode: unten ohne. Für jemanden, der sich sowieso schon am laufenden Band in Bedienungen sekundenverliebt, war das beim ersten Mal wirklich ein Schock. Da stehen diese tollen Wesen hinterm Tresen und haben ein Top an oder einen BH, aber zwischen Bauchnabel und Sneakers sind sie komplett nackt.

Dann musst du nur noch an die Bar kommen und lächeln.

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Zwei Finger. Sie lächelt. Zwei Jägermeister, alles klar. Das ging super mit Nastassia. Irrerweise konnte sie sich noch bei der übernächsten Party, vier Monate später, an mich erinnern. Ich steh einfach nicht auf andere Menschen. Und vor mir tanzt eine riesige Blondine, Model bestimmt, in einem durchsichtigen roten Regenmantel. Darunter nur dünne Lederriemchen. Wir sind alle okay. Wir sind alle schön. Unglaublicherweise auch ich.

Der Himmel ist eine Hüpfburg. Ich muss mal wieder festen Boden finden. Als ich meine Sachen von der Garderobe hole, ist es zehn. Die Fischnetzdame hat noch Schicht. Die Jüngeren werden den Rest des Wochenendes durchziehen. Ich mag meinen Exzess mit Anfang und Ende.

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