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In Den Mund Spucken
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Von ulschMärz 10, in Fetisch- und BDSM Forum. Beim küssen nichts dagegen, aber regelrecht Spucken widerlich. Auch in Pornofilmen, wenn die Darsteller auf die bösen der Ladys spucken ekelhaft. Der spuckspender denkt dass er ne Riesen drecksau ist und der Empfänger denkt das selbe vom Absender.

Beschreibung

Trotzdem finden die meisten Speichel eklig. Warum eigentlich? Interview Angelika Sylvia Friedl.

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Das Ausspucken betrachten vielen Menschen als ekelhaft. Warum gilt das nicht für den Speichel im Mund?

Also wie wir ein Verhalten einschätzen und bewerten. Die Spucke im eigenen Mund ist noch okay. Aber stellen Sie sich vor, Sie spucken auf einen Kaffeelöffel, lassen den fünf Minuten liegen und nehmen ihn dann wieder in den Mund. Die meisten Menschen würden das sehr ungern machen, obwohl eigentlich an der Spucke nichts Schlimmes dran ist.

Sobald die Spucke den Körper verlassen hat, finden wir sie eklig. Ekel kann hervorgerufen werden durch Geschmack oder Geruch, aber auch durch Konsistenz. Europäer bewerten zum Beispiel glibbrige Sachen als eklig oder zumindest als unangenehm. In anderen Kulturen ist das teilweise anders.

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Das ist wieder ein Beleg dafür, dass es nicht per se um die Spucke geht, sondern dass die Bewertung einen entscheidenden Anteil hat. Die Psychologen nennen das ABC-Modell. Nicht der Auslöser, die Spucke, ist entscheidend, ob wir etwas gut oder schlecht finden, sondern unsere Bewertung.

Wir gucken Leuten beim Weitspucken zu und feuern sie an. In einer anderen Situation beobachten wir Leute, wie sie ausspucken und sind angeekelt. Im Grunde ein und dieselbe Situation.

2 antworten

In der psychologischen Forschung gibt es viele Belege, dass die Bewertung über unsere Gefühle entscheidet. Funktioniert das auch in ganz anderen Kontexten? Ein klassisches Beispiel: Sie wohnen in einem Dorf und nachts klappert das Fenster. Sie denken, ein Einbrecher kommt, Sie bewerten also. Dann kriegt man Angst, das wäre die Konsequenz.

Derselbe Auslöser, aber ganz unterschiedliche Bewertungen. Warum spucken Menschen in der Öffentlichkeit aus? Man könnte den Speichel doch auch hinunterschlucken oder in ein Taschentuch tun. Hier spielt wohl das sogenannte Lernen vom Modell eine Rolle. Auch gesellschaftlich tradierte Normen wirken, wenn Kinder zum Beispiel hören, es ist eklig, die eigene Spucke hinunterzuschlucken. Ich zum Beispiel mag Ausspucken überhaupt nicht. Die Meinungen dazu haben sich im Laufe der Zeit geändert.

Sie sind hier

Genau, im Mittelalter hatten die Leute keine Probleme mit dem Ausspucken. Es gab Spucknäpfe, und es war in Ordnung, beim Essen unter den Tisch oder hinter sich zu spucken. Später wurde Spucken dann als unanständig betrachtet.

Zum Teil vielleicht, weil Speichel Überträger von Krankheiten ist wie zum Beispiel bei Tröpfcheninfektionen. Das wusste man früher nicht. Das ist sicher nicht der einzige Grund, warum Spucken sanktioniert wurde.

Auch die Tendenz des Menschen, sich von anderen abzuheben, könnte es erklären. Hat die Sanktionierung auch damit zu tun, dass die Menschheit nach der These des Soziologen Norbert Elias mit fortschreitender Zivilisation immer kultivierter geworden ist? Kultiviertheit ist meiner Meinung nach zu mehrdimensional und vielschichtig, als dass es auf Ausspucken zu reduzieren wäre.

Stimmt es, dass Männer mehr ausspucken als Frauen? Vom Gefühl her schon. Ich habe aber keine Studie gefunden, die das untermauern kann. Vielleicht werden Frauen mehr als Männer sanktioniert. Wenn ein kleines Kind spuckt, werden wahrscheinlich 80 von Eltern ein Mädchen strenger beurteilen als einen Jungen.

Das ist aber eine Hypothese.

Inhaltsverzeichnis

Beim Leistungssport atmen wir vermehrt über den Mund. Dadurch trocknet der Mund schneller aus und die Speichelkonsistenz ändert sich. Es fühlt sich klebrig an. Es ist dann wahrscheinlich angenehmer, den Speichel auszuspucken.

Dann kommt noch der Nachahmungseffekt. Die anderen spucken, also mache ich das auch.

Warum sind wir beschämt, wenn uns jemand anspuckt oder wenn auf unsere Sachen gespuckt wird? Zum einen geht es wieder um Bewertungen. Man lernt, Spucken gehört sich nicht. Wenn ein Kind ein anderes anspuckt, wird es von den Lehrern, Eltern und Erziehern geschimpft. Es hört: Das darfst du auf keinen Fall wieder tun! Es ist auch eine Sache der Erziehung. Dann sagen die Eltern: Ruf doch einen Erzieher oder zur Not schubse zurück. Eltern würden wohl niemals sagen: Spuck ihm doch ins Gesicht. Aber ich erinnere mich auch an eine Umfrage, wo manche gesagt haben, dass sie Anspucken nicht so schlimm finden.

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Spucke kann man abwischen, sie tut nicht weh. Sie fanden es schlimmer, eine runtergehauen zu bekommen. In einigen Interviews, die ich geführt habe, wurde das explizit so gesagt. Aber Spucken ist doch gesellschaftlich mehr geächtet?

3 antworten

Eine Vermutung ist, dass durch Spucken eher Verachtung ausgedrückt wird. Beim Schlagen und Treten sind die Hauptemotionen Wut und Ärger.

Die wenigsten spucken auf jemanden aus Ärger, sondern weil sie ihn oder sie verachten. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich auch geächteter, weil uns in der Erziehung beigebracht wird, dass man Menschen nicht verachten soll. Angenommen, ich ekele mich vor Speichel und Spucke. Wäre das therapeutisch zu behandeln?

Da muss man differenzieren. Reine Angststörungen sind im Allgemeinen leichter zu behandeln als Störungen, die mit Ekelgefühlen verbunden sind. Also grundsätzlich ist Ekel etwas positives. Ekel schützt uns vor verdorbenen Sachen und vor Vergiftungen. Es ist eine sehr mächtige Basisemotion.

Slowthai lässt das spucken sein

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Foto: privat Tim Klucken ist 38 Jahre alt, Psychologischer Psychotherapeut und seit Professor für Klinische Psychologie an der Universität Siegen. Angelika Sylvia Friedl. Ausgabe Alle Rechte vorbehalten. Für Fragen zu Rechten oder Genehmigungen wenden Sie sich bitte an lizenzen taz.

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