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Bordelle dürfen in mehreren Bundesländern Deutschlands unter Auflagen wieder öffnen.

Beschreibung

A ndrea ist mit ihrer Freundin gekommen. Ihre Freundin Susanne hat sich gestylt, als ginge es auf eine Party. Seit kümmert sich der mitten im Frankfurter Rotlichtviertel residierende Verein um die politischen und sozialen Interessen von Prostituierten. An diesem Abend hat er Frauen zu einem Bordell-Rundgang eingeladen.

Für 30 Euro bekommen sie eine Führung durch eine Animationsbar und in ein Laufhaus, ein Freigetränk und Gespräche mit Prostituierten inklusive. Sie sind immer schnell ausgebucht. Die Stimmung im Raum ist aufgekratzt. Es gibt Kaffee und Kekse.

Eine kanadische Aktivistin, die sich in ihrer Heimat um HIV-kranke Frauen kümmert, will sich über Prostitution in Deutschland informieren. Aber bevor es ins Milieu geht, hält Juanita Henning einen Einführungsvortrag. Die Sozialarbeiterin, die ihr Alter nicht verraten will, arbeitet seit mit Prostituierten. Ein Bild von Demütigung, Ausbeutung und Gewalt. Rund Frauen arbeiten hier.

Etwa 46 Prozent kommen aus Bulgarien und Rumänien. Die meisten Frauen kämen durch andere Frauen zur Prostitution, berichtet Juanita Henning. Oft hätten sie schon erste Erfahrungen in der Heimat gesammelt.

Für die meisten sei die hohe Verdienstspanne das Lockmittel. Bei Henning klingt Prostitution wie ein Traumjob. Probleme mit Drogen? In Frankfurt gehe die Polizei in die sogenannten FKK-Klubs und drohe mit Anzeigen wegen Menschenhandels, wenn dort Prostituierte unter 21 arbeiteten.

Und die Strafrechtsparagrafen seien weit auslegbar: Schon eine ausländische Pflegekraft, die untertariflich bezahlt werde, könne strafrechtlich als Opfer von Menschenhandel eingestuft werden. Verurteilt worden seien am Ende nur Verdächtige. Das sieht auch Frances Funk so. Die Jährige arbeitet seit 33 Jahren als Prostituierte, was man ihr nicht sofort ansieht.

Das dezent blondierte Haar ist kurz und unfrisiert, sie trägt ein blassgelbes langes Sommerkleid und — einzige Extravaganz — goldene Turnschuhe. Mit 14 habe sie eine Krimifolge gesehen, die im Milieu spielte, und sei sofort fasziniert gewesen. Mit Anfang 20 probierte sie es aus, verdiente am ersten Tag überwältigende Mark und blieb dabei. Sie habe schon überall gearbeitet und alles gemacht, sagt Funk, die früher ein gern gesehener Gast in Nachmittagstalkshows war, wenn man dort eine Prostituierte brauchte.

Auch die Teilnehmerinnen des Bordell-Rundgangs hören gebannt zu. Heute arbeitet Frances Funk nur noch Teilzeit nach vorheriger Verabredung in einschlägigen Internetportalen. Für einen einstündigen Hotelbesuch verlangt sie bis Euro.

"die branche wird hingehalten"

Natürlich habe man es als junge Hure leichter. Geküsst wird nicht. Wenn ein Mann darauf bestehe, lenke sie ihn ab, indem sie ihn oral befriedige. Manchmal esse sie auch Knoblauch vorher, dann wolle keiner mehr küssen. Am liebsten sind ihr die Triebgesteuerten. Dann geht es ein paar Schritte weiter in eine Animationsbar.

Inhaltsverzeichnis

Es soll die Männer dazu animieren, stehen zu bleiben und hineinzukommen. Ansonsten sieht das Lokal mit seinen WM-Wimpeln und den Fernsehbildschirmen normal aus — für die Teilnehmerinnen der Tour durchaus enttäuschend.

Hinterm Tresen steht Claudia, die Besitzerin. Manchmal kämen welche, die ihren Eltern nach der obligatorischen Stadtrundfahrt noch das Rotlichtviertel zeigen wollten. Hier hören ihnen die Mädchen zu und verdienen bis Euro pro Schicht. Nur Sex, den gibt es hier nicht.

Köln: europas größtes bordell ist pleite

Wer den möchte, muss zwei Schritte weiter ins Eros-Center gehen. Auf fünf Etagen verteilt sitzen und stehen hier Mädchen in den Fluren und warten auf Freier. Die abgedunkelten Zimmer sind mit Lichterketten und Bettwäsche mit Leoparden-Muster eingerichtet. In einem läuft ein Porno. Vor der Tür steht eine junge Frau in Strapsen und Unterwäsche. Vor drei Monaten sei sie nach Deutschland gekommen, es gefalle ihr.

Heute sei allerdings noch keiner vorbeigekommen. Es ist 20 Uhr. Weil die Männer dann lieber gucken als kommen. Auch an Feiertagen läuft es nicht gut.

Am schlimmsten aber sei es, wenn Sommerferien und Ramadan zusammenfallen würden. Dieses kostet Euro für 24 Stunden oderwenn sich zwei Damen das Zimmer teilen. Gewöhnlich wird für mehrere Tage angemietet. Rund 30 Frauen arbeiten hier, alle als Selbstständige.

Natürlich ohne Zwang, wie Bernd betont. Damit solle weibliche Sexualität, die sich nicht im monogamen Rahmen abspiele, verteufelt und auf diese Weise die Reproduktion kontrolliert werden. Die geplante Reform des Prostitutionsgesetzes sei, so die Sozialarbeiterin, denn auch eine Verschlechterung nicht nur für die Prostituierten. Diese Politik betreffe indirekt auch Frauen generell. Die wenigen kritischen Nachfragen der Tourteilnehmerinnen zu Ausbeutung, Zwangsprostitution oder dem schwedischen Modell, bei dem Freier grundsätzlich bestraft werden, um so die Prostitution zu bekämpfen, laufen bei ihr ins Leere.

Das Problem an der Prostitution bestehe darin, dass Justiz, Politik und Medien sie kriminalisieren wollten. Dabei kriminalisiere ja auch niemand die Ehe, obwohl die Frauenhäuser voll mit misshandelten Ehefrauen seien. Nach dreieinhalb Stunden ist die Tour zu Ende.

Andrea und ihre Freundin sind begeistert. Interessant sei der Rundgang gewesen, schwärmen sie. Auch den anderen Teilnehmerinnen haben die Einblicken in die Parallelwelt gefallen. Benz verweist auf einen Fall von Damals verurteilte das Frankfurter Landgericht einen 34 Jahre alten Mann wegen Zuhälterei. Er hatte Frauen aus Ungarn mit Versprechungen nach Deutschland gelockt, sie dann in Laufhäuser gezwungen und bis zu 19 Stunden täglich arbeiten lassen. Sie wurden geschlagen, mit Stromschlägen gefoltert und mussten ihren gesamten Verdienst abliefern. Seine Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert: Die Frauen hätten sich alle freiwillig prostituiert.

Pascha (köln)

Die Zahl der Ermittlungsverfahren habe zwar abgenommen, sagt der Hauptkommissar, aber nicht, weil weniger passieren würde, sondern weil die Verfahren selbst so aufwendig seien. Diese dauerten oft über ein Jahr, müssten bundesweit und mit internationaler Rechtshilfe betrieben werden. Zum Newsticker Newsticker. Schlagzeilen, Meldungen und alles Wichtige. Die Nachrichten heute: Newsticker, Schlagzeilen und alles, was heute wichtig ist, im Überblick. Home Politik Deutschland Im Eros-Center: Wo die Feministin die Prostitution verteidigt.

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