Juana

Berliner Strich
Nachricht schreiben/Nachricht senden/Chat jetzt

Informationen

  • Mein Alter:
  • 20

Über

Sie würden gern auf Abstand gehen. Allein die Ungarinnen waren eines Tages plötzlich alle weg. An dem Montag, als Angela Merkel verkündete, dass wegen der Corona-Pandemie die Bordelle dicht sind, müssen die ungarischen Zuhälter ihre Frauen eingesammelt und alle gemeinsam nach Ungarn gebracht haben. Mit dem Einzug des Coronavirus in die Stadt haben sich auch die Freier zurückgezogen. Wer kann, achtet auf seine Sicherheit. Wer kann.

Beschreibung

Soll es Sperrgebiete für Prostituierte geben? Helfen so genannte Verrichtungsboxen, also Kabinen oder überdachte Areale für den bezahlten Geschlechtsverkehr? Gerhard Schönborn 57 ist Mitgründer und Vorsitzender von Neustart e.

Ein Gespräch über das Viertel und die aktuelle Debatte. Wie hat sich die Szene verändert?

Als ich anfing, war das hier ein klassischer Drogenstrich. Viele waren mit drogenabhängigen Männern zusammen. Die Frauen gingen also mit für ihre Freunde anschaffen, um Drogen zu kaufen.

B.z. märkte

Diese Konstellation gibt es kaum noch. Aber natürlich gibt es immer noch die drogenabhängigen Frauen. Vor 50 Jahren etwa, so in den 70ern.

Das Gebiet hier ist schon seit über Jahren von Prostitution bestimmt. In den er Jahren, in Zeiten der Hausbesetzerszene, kamen dann die Drogen ins Milieu. Das war klassische Beschaffungsprostitution.

Bis blieb das mehr oder weniger so. Zum Beispiel vorne am LSD, da stand dann eine ältere Frau, um die 60, die die Mädchen dort positionierte. Nach dem Finale waren sie wieder weg.

Repressionen untergraben die sicherheit von sexarbeiter_innen

Zunächst waren hier vor allem Polinnen und Tschechinnen, dann — nach der zweiten EU-Osterweiterung — bulgarische und rumänische Frauen. Und dann noch eine Berliner Besonderheit: ganz viele Ungarinnen. Ein paar Jahre lang gab es massive Auseinandersetzungen um die Standplätze.

Wer am falschen Ort stand, wurde zusammengeschlagen. Wenn der Cousin danebensteht und aufpasst, dass die Frau Geld verdient, hat das nichts von Freiwilligkeit, aber Menschenhandel ist es auch nicht direkt. Den Frauen selbst bleibt fast nichts von dem Geld, das sie verdienen. Es gibt ein parasitäres Umfeld, das das schwer verdiente Geld den Frauen aus der Tasche zieht.

Tätigkeitsverbot und angedrohte taschenkontrollen

Und wenn ihnen doch etwas übrig bleibt, tragen sie es zur Bank hier an der Ecke und überweisen es nach Hause. Die Prostitution am Kurfürstenkiez ist Anwohnern seit Jahren ein Dorn im Auge.

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel Grünemöchte zur Beruhigung der Situation sogenannte Verrichtungsboxen aufstellen. Also eine Art Carport oder Kabinen, in denen die Freier die Prostituierten treffen. Können die Verrichtungsboxen mehr Sicherheit für die Frauen bringen? Wenn Verrichtungsboxen aufgestellt werden, müsste auch die Polizei oder ein permanenter Sicherheitsdienst vor Ort sein.

Köln wird jetzt immer als das Superbeispiel genannt, dabei hatte die Stadt Dortmund auch auf Verrichtungsboxen gesetzt, um dann festzustellen, dass die Kriminalität in dem Gebiet ausartete.

Weil die Prostitution sich durch die Verrichtungsboxen konzentrierte, standen dabulgarische Frauen mit entsprechend kriminellem Hintergrund an Männern. Also wurden die Boxen dann wieder abgerissen und die Stadt zum Sperrbezirk erklärt.

Kurfürstenstraße: wie es ist, am einzigen straßenstrich berlins zu wohnen

Jetzt beschränkt sich die Prostitution in Dortmund auf die Hinterzimmer der Kneipen, was für die Stadt wohl erträglicher ist als die Situation zuvor. Und wie wäre es, die Prostitution hier ganz zu verbieten, also den Kurfürstenkiez zum Sperrbezirk zu erklären, wie manche Anwohner es fordern? Hier sind etwa bis Frauen unterwegs. Und die bis Wer im Bordell wohnt, hat zwar ein Dach über dem Kopf, aber viel besser ist das Leben nicht. Die meisten Opfer findet man im Escortbereich, in Laufhäusern oder im Bordell. Den Kurfürstenkiez zu einem Sperrbezirk zu machen, würde die Prostitution an den Stadtrand verdrängen, wo dann auch keine Hilfsorganisationen mehr sind.

Aus den Augen, aus dem Sinn. Hier im Kurfürstenkiez muss man sich wenigstens mit der Problematik auseinandersetzen. Aber das ist unsinnig. Oder sie werden von Zuhältern zur Prostitution gezwungen. Deshalb finde ich auch die Strafen von bis zu Spüren sie diese Entscheidung in ihrer Arbeit? Dadurch, dass der Kiez jetzt nicht mehr so definiert wird, kann die Polizei auch nicht mehr so einfach Kontrollen durchführen, sondern braucht einen konkreten Anlass.

Vom Drogenhandel ganz zu schweigen. Das sind schwere Straftaten, die mit diesem Milieu verbunden sind.

Beliebt Frauen

Kakalina

Unterhaltskosten:
Mehr

Jessamine

Foto: Reto Klar.
Mehr

Van

In der Pandemie erfahren sie nun neben existenziellen Ängsten noch mehr Diskriminierung.
Mehr

Davida

Foto: Reto Klar.
Mehr